Bella POV
Meiner Mutter fiel beinahe der Topf aus der Hand, als ich an diesem morgen die Treppe herunter kam.
Natürlich trug ich das Kleid, welches Edward mir geschenkt hatte.
Zum Glück hatte ich ein Paar passende Schuhe dazu.
„Isabella, woher hast du dieses Kleid?“, wollte meine Mutter von mir wissen.
Ihr Blick war misstrauisch, aber dennoch konnte ich auch die Bewunderung darin erkennen.
„Edward Masen hat es mir geschenkt“, erklärte ich mit leiser Stimme und meine Wangen färbten sich rot.
Der Topf fiel zu Boden.
„Du meinst Edward Anthony Masen? Der Sohn der Masens?“, fragte sie vollkommen verwirrt und hielt sich an der Tischkante fest.
„Ja“, antwortete ich schlicht.
Wie viele Edward Masens gab es denn wohl sonst noch in Chicago?
Meiner Mutter fiel beinahe der Topf aus der Hand, als ich an diesem morgen die Treppe herunter kam.
Natürlich trug ich das Kleid, welches Edward mir geschenkt hatte.
Zum Glück hatte ich ein Paar passende Schuhe dazu.
„Isabella, woher hast du dieses Kleid?“, wollte meine Mutter von mir wissen.
Ihr Blick war misstrauisch, aber dennoch konnte ich auch die Bewunderung darin erkennen.
„Edward Masen hat es mir geschenkt“, erklärte ich mit leiser Stimme und meine Wangen färbten sich rot.
Der Topf fiel zu Boden.
„Du meinst Edward Anthony Masen? Der Sohn der Masens?“, fragte sie vollkommen verwirrt und hielt sich an der Tischkante fest.
„Ja“, antwortete ich schlicht.
Wie viele Edward Masens gab es denn wohl sonst noch in Chicago?
„Es gab da vorgestern einen kleinen Unfall im Haus der Masens und mein Kleid wurde ruiniert. Wie es aussieht, hat Edward darauf bestanden, es wieder gut zu machen und mir dieses Kleid zukommen lassen.“
Meine Mutter warf mir einen warnenden Blick zu.
„Ähm Mr. Masen“, korrigierte ich mich schnell.
Ich konnte ihn ja nicht einfach so beim Vornamen ansprechen. Zumindest nicht in der Gegenwart meiner Mutter.
„Du solltest ihnen etwas zum Dank bringen“, murmelte meine Mutter hektisch und sah sich panisch in der Küche um. Ich hoffte, dass sie jetzt nicht vorhatte, ihnen unseren ganzen Schmuck zu überlassen.
„Das hatte ich auch vor. Ich weiß nur nicht was“, gab ich gequält zu.
Wie konnte ich mich denn schon bei Edward bedanken? Er hatte doch alles und ich hatte gar nichts, was ich ihm hätte geben können.
Mein Blick fiel seufzend zum Backofen herüber.
„Ich werde einen Kuchen backen“, beschloss ich mit sicherer Stimme.
Die Idee war gar nicht Mal so schlecht.
Schließlich backte ich auch den Kuchen für unseren Laden und er war ziemlich beliebt bei den Leuten.
Außerdem hatte ein Kuchen nicht so eine persönliche Botschaft wie etwa ein Blumenstrauß oder ähnliches.
Es war einfach nur höflich und davon hatte auch jeder der Masens etwas.
„Okay, Liebes... Dann nimm dir heute einen Tag frei. Dein Vater, Angela und ich sind im Laden“, erklärte meine Mutter und fuchtelte aufgeregt mit einem Geschirrtuch in der Hand herum.
Ich warf ihr einen kritischen Blick zu und zog eine Augenbraue hoch.
„Wirklich! Du solltest lieber den Kuchen backen und ihn dann den Masens bringen.“ Sie scheuchte mich aufgeregt in Richtung Backofen und ließ mich dann in unserer Küche allein.
Ich band mir meine Schürze um und sah mir nachdenklich die Zutaten an.
Jetzt stand ich vor der quälenden Frage, welchen Kuchen ich backen sollte.
Nach für mich endlos scheinenden fünf Minuten entschied ich mich schließlich für einen schlichten Schokoladenkuchen.
Wer mochte denn bitte keine Schokolade?
Also ich kannte niemanden.
Während ich die Zutaten zusammenmischte spielte sich in meinem Kopf schon das mir bevorstehende Gespräch ab.
Als ich schließlich alle möglichen Situationen gedanklich abgespielt hatte und mich bereit fühlte, schob ich den Kuchen in den Ofen.
Jetzt musste ich nur noch darauf warten, dass der Kuchen fertig wurde.
Schon wieder überfiel mich die Panik.
Wenn ich ehrlich war, dann konnte ich es gar nicht abwarten, ihn wieder zu sehen aber der Kuchen würde noch ein wenig Zeit benötigen.
„Bella?“ Mike steckte seinen Kopf durch die Küchentür und ich lächelte ihm freundlich zu.
Als er mich entdeckte, klappte ihm der Mund runter und abrupt blieb er vor mir stehen.
„Du siehst bezaubernd aus“, sagte er, seine Augen immer noch weit aufgerissen.
„Wo hast du denn dieses Kleid her?“
Wie oft würde ich diese Frage wohl heute noch zu hören bekommen?
„Edward Masen hat es mir geschenkt“, erklärte ich ihm und ich versuchte krampfhaft, nicht wieder rot anzulaufen, als ich seinen Namen aussprach.
Mike starrte mich weiter ungläubig an.
Er schien seine Sprache verloren zu haben.
„Umm Mike?“, fragte ich unsicher und sah an mir herunter.
„Entschuldige, ich bin nur überrascht.“
„Du erinnerst dich doch noch an meinen Unfall vorgestern, nicht wahr?“, fragte ich ihn und Mike nickte mechanisch, bevor er sich schließlich schüttelte.
„Ja, das war ja ziemlich interessant.“ Er schien sich wieder gefangen zu haben.
Interessant schien mir nicht der richtige Ausdruck für diese Situation zu sein, aber ich fuhr unbeirrt fort.
„Und Edward hat sich bei mir entschuldigt und etwas davon erwähnt, dass er mein schönes Kleid jetzt ruiniert hätte. Und mein Vater hat mir gestern Morgen ein Paket gebracht und da befand sich dieses hier drin.“ Ich drehte mich einmal im Kreis und deutete auf mein Kleid.
„Edward?“ Mike runzelte argwöhnisch seine Stirn.
„Ja..“, antwortete ich leicht verwirrt.
„Nun ja… Das ist sehr… großzügig“, bemerkte Mike und seine Mine verfinsterte sich.
„Was bedrückt dich, Mike?“, fragte ich besorgt.
„Es ist nichts.“ Er schüttelte den Kopf und seufzte.
Ich wollte eigentlich weiter nachhaken, doch Mike sah nicht so aus, als würde er darüber reden wollen.
Den Rest der Zeit, während ich auf meinen Kuchen wartete, wechselte ich schnell das Thema. Immerhin würde Mike dann hoffentlich bessere Laune bekommen.
„Da hast du ja noch einmal Glück gehabt. Mrs. Matthews sah nicht gerade erfreut aus“, sagte er belustigt und ich stand von meinem Stuhl auf um nach den Kuchen zu sehen.
Er war fertig. Perfekt!
„Das habe ich Mr. Masen zu verdanken“, erklärte ich und bemerkte erst gar nicht, wie sehr ich strahlte als ich seinen Namen erwähnte.
Mikes Gesichtsausdruck wurde kritisch und er beobachtete mich dabei, wie ich den Kuchen aus dem Ofen holte.
„Er spielt in einer ganz anderen Liga als du“, sagte Mike plötzlich in einem veränderten Ton und ich warf ihm einen skeptischen Blick zu.
Ich blinzelte einige Male und warf meinem besten Freund einen fragenden Blick zu.
„Glaubst du wirklich, er könnte sich für dich interessieren?“
„Warum sagst du so etwas?“ Mike wusste genau, was ich mit dieser Frage meinte. Außerdem war es nicht gerade sehr nett, was er da gerade gesagt hatte.
Ich wandte mich von ihm ab und schob den Kuchen auf ein kleines Tablett.
„Nun ja.. Denkst du denn nicht Bella, dass er dich nur als sein neues Spielzeug betrachtet?“
„Michael!“ Ich warf ihm einen empörten Blick zu.
„Entschuldige, dass war nicht gerade sehr freundlich…“, murmelte er.
„In der Tat. Das war es gewiss nicht“, antwortete ich schnippisch.
Ich selber wusste ja, dass Edward Masen nicht in der gleichen Liga wie ich spielte aber wie kam er nur darauf?
„Ich habe dich noch nie zuvor so strahlen sehen. Deine Augen leuchten so schön“, stellte er bedrückt fest und im nächsten Moment hatte ich ein schlechtes Gewissen Mike gegenüber.
„Na schau dir doch einmal dieses Kleid an.“ Ich warf meine Hände demonstrierend in die Höhe und lachte.
„Ja, natürlich hast du Recht.“ Er stimmte in mein Lachen ein und endlich sah ich wieder sein Lächeln.
Ich verabschiedete mich am frühen Nachmittag von Mike und zusammen mit meinen Kuchen machte ich mich auf den Weg zur Villa der Masens.
Je näher ich ihrem Anwesen kam, desto nervöser wurde ich.
Meine geplanten Antworten, die ich mir zurechtgelegt hatte schienen wie weggefegt, als ich zitternd vor der Tür stand und meine Finger der Klingel bedrohlich nahe kamen.
Bevor ich mich schließlich dazu zwingen konnte, meinen Finger auf die Klingel zu drücken öffnete sich die Tür und ich wäre beinahe vor Schreck die Treppe zurück gestolpert.
„Vorsicht, junge Lady.“ Eine Hand legte sich an meinen Arm und zog mich behutsam wieder zurück auf die oberste Treppenstufe.
Ich war unverletzt und der Kuchen noch ganz.
Oh Himmel, ich wollte mir gar nicht erst vorstellen, wie das ganze hätte Enden können.
„Vielen… Dank Sir...“, stotterte ich verlegen und sah mir den Mann genauer an.
Ich hatte ihn schon bei der Veranstaltung am gestrigen Abend gesehen.
Es musste Edwards Vater sein, denn er trug eine Aktentasche unter dem Arm und eine Zeitung in der anderen Hand.
„Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein, Miss?“, fragte er höflich und lächelte mir zu. Irgendetwas in seinem Lächeln machte mich stutzig.
Es war beinahe so, als wüsste er ganz genau wer ich war.
Sein Blick fiel auf den Kuchen.
„Umm…“ Ich bemerkte, wie die Röte mir wieder ins Gesicht stieg.
„Ich würde… gerne Ihren Sohn sprechen, wenn das möglich wäre und mich bei ihm bedanken.“
Jetzt hatte ich doch tatsächlich nur von Edward geredet. Eigentlich wollte ich doch erst mit Mrs. Masen reden und ihr den Kuchen überreichen. Edward hatte zwar gesagt, dass er mich gerne wieder sehen wollte, aber was sollte ich denn schon mit ihm bereden?
Ich lächelte verlegen und richtete meinen Blick zu Boden.
„Natürlich, Miss. Einen Moment bitte.“ Er drehte sich von mir weg und öffnete die Haustür.
„Edward? Mein Sohn, hier ist eine hübsche junge Lady, die dich gerne sprechen möchte“, rief er vergnügt durch den Hausflur.
Ich hoffte innerlich, dass ich nicht all zu sehr einer Tomate glich.
„Ja, Vater?“ Edwards Stimme ließ mein Herz direkt höher schlagen.
Sein Blick schien genervt und anscheinend hatte er absolut keine Lust auf einen Besuch.
Meine Mine nahm einen traurigen Ausdruck an und ich konnte mir meine Reaktion nicht erklären.
Sofort kamen mir wieder Zweifel und ich ärgerte mich innerlich über meine Idee.
Vielleicht hätte ich ihm auch nur einfach einen Brief schreiben sollen. Er hatte zwar erwähnt, dass er sich freuen würde, mich wieder zu sehen aber vielleicht wollte er ja an diesem Abend einfach nur höflich sein.
Verlegen richtete ich meinen Blick auf den Kuchen.
„Isabella?“ Seine Stimme klang überrascht und irgendwie… erfreut?
Langsam richtete ich meinen Blick wieder auf und sah erneut in seine strahlend, grüne Augen, welche mich sofort dazu veranlassten die Luft anzuhalten.
„Ich muss jetzt wieder zur Arbeit“, bemerkte Mr. Masen und verabschiedete sich von mir, in dem er seinen Hut vor mir zog.
„Auf Wiedersehen, Vater“, murmelte Edward und beobachtete mich währenddessen ununterbrochen.
Lächelnd lief sein Vater die Treppen herunter und verschwand.
„Guten Tag, Mr. Masen“, sagte ich unsicher und merkte, wie mich seine Augen erneut gefangen nahmen.
Ich war ihnen bedingungslos ausgeliefert.
Wie stellte er das nur an?
„Edward bitte“, sagte er mit einem schiefen Lächeln und ich nickte schnell.
„Ich hoffe nicht, du hast unser letztes Zusammentreffen vergessen“, bemerkte er mit einem amüsierten Gesichtsausdruck.
Das hatte ich ja ganz vergessen.
Er hatte mir ja schon einmal gesagt, dass ich ihn mit seinem Vornamen anreden sollte, aber noch immer kam mir das irgendwie nicht richtig vor.
„Nein, ich habe es nicht vergessen…“, erwiderte ich schüchtern und bewegte mich unruhig von einer Stelle zur anderen.
„Du trägst das Kleid“, bemerkte er und ließ seinen Blick an mir hinab wandern.
„Wie ich erwartete, steht es dir ausgezeichnet.“
Jetzt ließ er auch noch alle Höflichkeiten beiseite und sprach mit mir als wären wir alte Freunde.
Ich versuchte meine Gedanken zu ordnen und einen zusammenhängenden Satz zu bilden, doch ich versagte kläglich.
„Es freut mich sehr, dass du dich dazu entschlossen hast, mich zu besuchen.“ Edward warf, wie zuvor auch sein Vater einen Blick auf den Kuchen.
„Ich habe Kuchen gebacken“, sagte ich Dümmlicherweise und lief wieder rot an.
„Das sehe ich“, antwortete er grinsend.
„Für… Sie.“ Ich war immer noch ein wenig verwirrt, wie ich ihn jetzt letztendlich ansprechen sollte.
„Und Ihre Familie. Als Dankeschön und als Entschädigung, dass ich das Bankett ruiniert habe.“
„Das war das Beste, was mir jemals in meinem Leben passiert ist“, gab er wahrheitsgemäß zu und ich sah ihn stirnrunzelnd an.
„Du weißt gar nicht, wie leid ich es bin. Ständig diese Feiern und letztendlich läuft es nur darauf hinaus, dass ich eine Frau kennen lerne“, erklärte er mir.
„Oh…“ Mein Gesichtsausdruck wurde nachdenklich.
„Oh, Entschuldige bitte, Isabella. Ich vergesse hier noch meine Manieren…Komm doch bitte rein.“ Er deutete mit seiner Hand in Richtung Flur und mit vorsichtigen Schritten betrat ich das Haus.
Es war ungewohnt, nicht direkt in die Küche zu stürmen und mir eine Schürze zu krallen, aber ich widerstand dem Drang und blieb unsicher im Flur stehen.
„Komm“, sagte er mit sanfter Stimme, legte seine Hand an meinen Rücken und führte mich in das Wohnzimmer.
In einer Ecke des Raumes befand sich ein glänzender, schwarzer Flügel.
„Edward, ich habe jemanden an der Tür gehört“, ertönte die melodische Stimme seiner Mutter und sie betrat den Raum, in dem wir uns befanden.
Sie war eine unbeschreiblich schöne Frau und so elegant. Lange bronzefarbene Haare und sie hatte genauso strahlend grüne Augen wie ihr Sohn.
„Ja, wir haben Besuch“, erklärte Edward und deutete mit einem strahlenden Lächeln auf mich.
„Oh!“ Mrs. Masen lächelte entzückt und sah dann zu Edward herüber.
„Ist das nicht die junge Lady, die du am gestrigen Abend zu einem Tanz entführt hast?“
Ich errötete und sah ängstlich zu seiner Mutter herüber.
Doch ihr Lächeln war so warm und liebevoll, dass ich es einfach erwidern musste.
„Ja, das ist sie!“ Edward wirkte irgendwie stolz, als er zu mir herunter sah.
„I..Isabella Marie Swan“, stotterte ich nervös und schüttelte kurz die Hand, die mir seine Mutter reichte.
Mrs. Masen beobachtete mich aufmerksam mit einem neugierigen Blick, bevor wieder dieses strahlende Lächeln auf ihrem Gesicht erschien.
„Elizabeth Masen. Es freut mich sehr, Sie kennen zu lernen, Liebes. Ich hoffe mein Sohn hat Sie nicht zu sehr in Anspruch genommen“, bemerkte sie mit einem belustigten Ausdruck im Gesicht und ich wünschte mir, dass ich mich einfach nur noch in Luft auflösen konnte.
„Sie tragen ein wirklich wunderschönes Kleid, meine Liebe. Von wem stammt es?“ Sie musterte mein Kleid und warf mir dann einen Fragenden Blick zu.
„Umm..“ Ehrlich gesagt hatte ich nicht die geringste Ahnung.
„Es ist von Chanel“, erklärte Edward und meine Augen weiteten sich augenblicklich.
„Wirklich ein sehr außergewöhnliches Stück“, bemerkte Mrs. Masen anerkennend.
„Ein Einzelstück“, fügte Edward hinzu.
Dieses Kleid war ein Einzelstück?
Oh Himmel! Und ich brachte ihm einen Schokoladenkuchen vorbei…
„Es.. Es.. war ein Geschenk von.. Mr. Masen…“, erklärte ich mit zitternder Stimme.
„Edward“, korrigierte er mich wieder lächelnd und ich errötete.
„Ach, Edward… Du bist so ein Gentleman.. Ganz dein Vater“, seufzte Mrs. Masen zufrieden.
„Das hier ist für Sie. Als Entschädigung für dieses kleine Ungeschick gestern“, stammelte ich und reichte ihr den Kuchen.
Mrs. Masen nahm ihn dankend an und betrachtete ihn genauer.
„Dieser Kuchen sieht wirklich vorzüglich aus. Haben Sie ihn gebacken?“
Ich nickte bestätigend und Mrs. Masen lächelte entzückt.
„Möchten Sie eine Tasse Tee? Dann können wir gleich diesen leckeren Kuchen hier probieren“, schlug sie begeistert vor und ich nickte mechanisch.
Außerdem wäre es unhöflich, dieses Angebot abzulehnen.
Sie rief etwas in Richtung Küche, was ich nur halb mitbekam und dann wandte sie sich wieder uns beiden zu.
„Setzt euch, Kinder!“ Sie deutete auf das edle, weiße Sofa und Edwards Hand legte sich ganz behutsam an meinen Arm, während er mich zu der Couch manövrierte.
Mrs. Masen setzte sich uns gegenüber in einen Sessel.
Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, wie Edward mich die ganze Zeit lang beobachtete.
Meine gedankliche Schwärmerei für sein bezauberndes Lächeln wurde durch eine andere, mir bekannte Stimme unterbrochen.
Vor mir stand Lilly, die Haushälterin von den Masens und starrte mich mit einem ungläubigen Blick an.
Ich kannte Lilly schon seit Ewigkeiten und war ebenfalls mit ihr aufgewachsen.
Ihr Blick veränderte sich von erstaunt zu wütend. Oder war es Neid?
Ich konnte mir ihre Wut nicht wirklich erklären und zuckte zusammen, als sie die Tasse laut klirrend vor mir auf den Tisch abstellte und einen Teller mit einem Stück von meinem Kuchen daneben stellte.
Edward warf einen prüfenden Blick auf sein Stück Kuchen und stocherte zaghaft mit seiner Kuchengabel an dem Rand.
„Er ist nicht vergiftet..“, murmelte ich leise und Edward richtete seinen Blick auf.
„Umm…“ Warum hatte ich das denn nur gesagt?
„Ich glaube auch wirklich nicht, dass du vor hast mich zu vergiften. Dazu erscheinst du mir viel zu liebenswürdig“, bemerkte er mit einem amüsierten Grinsen.
Mrs. Masen lächelte, hielt ihren Blick aber weiterhin auf ihren Teller gerichtet.
Edward sah wieder zu seinem Teller herüber und nahm einen Bissen.
Ich wartete gespannt auf seine Reaktion und als ihm ein zufriedenes Stöhnen entwich, lief ich sofort wieder rot an.
Seine Mutter warf ihm einen tadelnden Blick zu.
„Tut mir leid, Mutter. Aber dieser Kuchen ist einfach göttlich.“ Er deutete mit seiner Gabel demonstrativ auf den Kuchen.
„Da hast du Recht, mein Sohn. Er schmeckt wirklich vorzüglich“, stimmte Mrs. Masen ihrem Sohn zu.
„D..Danke.“ Ich nippte verlegen an meinem Tee.
Ich wunderte mich über die Masens.
Natürlich nur im positiven Sinne.
Eine andere Familie von ihrem sozialen Stand hätte sich bestimmt nicht dazu herabgelassen, mit mir in ihrem Wohnzimmer Tee zu trinken und einen von mir selbstgebackenen Kuchen zu verspeisen.
Sie waren wirklich unheimlich nett und zuvorkommend.
Anscheinend waren die Masens einige der wenigen Familien, die ihren Charakter nicht durch das viele Geld verloren.
„So sehr ich mich auch über Ihre Anwesenheit freue“, unterbrach Mrs. Masen meine Gedankengänge.
„So muss ich doch jetzt los in die Stadt.“
Sie erhob sich elegant von der Couch uns stellte ihre Tasse wieder auf den Tisch.
„Ich hoffe wir sehen uns bald wieder“, erklärte sie mir mit einem Lächelnd und verabschiedete sich von mir.
So sehr ich mich über ihr freundliches Verhalten freute, im nächsten Moment bemerkte ich, dass sich die Nervosität wieder in mir breit machte.
Jetzt war ich allein.
Allein mit Edward Anthony Masen.
Die Tasse in meiner Hand zitterte bedrohlich und als das leise Klappern der Tasse auf dem Unterteller zu hören war, stellte ich sie schnell wieder auf den Tisch.
Mein Blick wanderte langsam zu Edward herüber und lächelnd beobachtete ich ihn dabei, wie er das restliche Stück Kuchen seiner Mutter verspeiste.
„Ich hoffe dir ist bewusst, dass ich dir jetzt öfters auflauern werde“, erklärte er und warf mir einen durchdringenden Blick zu, von dem ich mich nicht lösen konnte.
Die Röte stieg mir ins Gesicht und ich starrte ihn verunsichert an.
„Umm.. Wie bitte?“
„Keine Sorge“, lachte er amüsiert.
„Ich werde dich nicht verfolgen aber dich darum bitten, dass du mir öfters so einen Kuchen backst.“
Ich seufzte erleichtert und er lächelte zufrieden.
„Ich denke, dass wird sich sicherlich einrichten lassen“, versicherte ich ihm mit schwacher Stimme.
„Nun…“, begann er und stellte den Teller wieder auf den Tisch.
„Ich habe mich gerade eben gefragt, ob du heute schon etwas planst.“
Ich konnte nicht anders als ihn entgeistert anzustarren.
„Umm.. Planen?“
„Vielleicht sollte ich meine Frage anders stellen“, entschuldigte er sich mit einem schiefen Lächeln und beugte sich zu mir herüber.
Ich blinzelte nervös und versuchte mich daran zu erinnern, dass Atmen lebensnotwendig war.
„Möchtest du den heutigen Tag mit mir verbringen?“
Natürlich wollte ich, aber das würde ich wohl eher nicht zugeben wollen.
Er müsste mich für ein vollkommen verrückte Frau halten.
Für eines von diesen, die nur nach einem reichen jungen Mann suchten, damit sie ihr Leben in Glück und Wohlstand genießen konnte.
Mit Sicherheit war ich nicht eine dieser Frauen, aber Edward weckte Empfindungen in mir, die ich noch nie in meinem Leben zuvor gespürt hatte.
Warum sollte er den Tag mit mir verbringen wollen?
„Warum wollen Sie den Tag mit mir verbringen?“, fragte ich und sprach meine Gedanken laut aus.
Eigentlich hatte ich das nicht vorgehabt, doch seine Augen hatte eine so hypnotische Wirkung auf mich, dass ich einfach nicht anders konnte.
Sein Gesichtsausdruck veränderte sich.
Das schöne Lächeln verschwand und stattdessen runzelte er verwundert die Stirn.
„Warum sollte ich das nicht wollen, Isabella?“, fragte er und eine gewisse Traurigkeit zeichnete sich in seinem Gesicht ab.
Er durfte nicht traurig sein, dass war einfach nicht richtig.
Jedes Mal, wenn er meinen Namen nannte, zuckte ich unwillkürlich zusammen.
Er sprach ihn mit so einer Leidenschaft aus, dass ich jedes Mal aufs Neue das Atmen vergaß.
Mir wäre es lieber, wenn er mich Bella nennen würde, aber Mike war wohl der einzige, der verstand wie ich lieber wirklich genannt werden wollte.
„Macht es dir etwas aus, wenn ich dich Bella nenne?“, fragte er höflich und bittend.
Jetzt starrte ich ihn erst recht verdutzt an.
„Nein, das ist in Ordnung“, flüsterte ich verblüfft.
Konnte er etwa Gedanken lesen?
„Gut… Also Bella.“ Er sprach meinen Namen mit so einer Begeisterung aus, dass mir plötzlich warm wurde.
„Warum denkst du, ich würde nicht gerne mit dir den Tag verbringen wollen?“
Er lenkte das Gespräch wieder auf das eigentliche Thema zurück.
Ich kämpfte innerlich mit mir selbst und wandte den Blick von ihm ab.
Vielleicht weil ich einfach nur ein stinknormales Mädchen war, dass absolut nichts zu bieten hatte?
„Ich glaube, ich kenne den Grund“, sagte er schließlich nach einer Weile.
Ich hatte ihm nicht geantwortet und jetzt sah ich ihn erwartungsvoll an.
„Verraten Sie ihn mir?“, fragte ich unsicher und er lächelte.
Er faltete seine Hände zusammen und sah mich mit ernstem Blick an.
„Du glaubst, dass ich mich eigentlich kein bisschen für dich interessieren würde. Das ich mich, kein bisschen für dich interessieren darf.“
Er stoppte und wartete auf eine Reaktion von mir.
Ich bewegte mich keinen Zentimeter.
Er war unglaublich. Wie machte er das nur?
„Das ist jedenfalls völliger Unsinn. Ich würde dich gerne näher kennen lernen, Bella“, gestand er und lächelte jetzt wieder.
„Liege ich recht mit meiner Vermutung?“
Ich nickte stumm und sah ihn dann fragend an, als er erlösend seufzte.
„Weißt du, es fällt mir meist nicht schwer, mich in andere Leute hineinzuversetzen und ihre Gedanken zu erahnen. Doch bei dir ist es unheimlich schwierig. Und ich bin erfreut darüber, dass ich mit meiner Vermutung richtig lag.“ Er grinste zufrieden.
„Ah...“ murmelte ich verlegen und strich einen Fussel von meinem Kleid. Was anderes fiel mir dazu einfach nicht ein.
Er erhob sich von seinem Platz neben mir und streckte seine Hand in meine Richtung.
Ich warf ihm einen fragenden Blick zu und er lächelte beruhigend, bis ich mich schließlich dazu überwand, seine Hand zu nehmen.
Es war falsch. Einfach nicht richtig.
Doch für diesen einen Moment lang war es mir egal, was die anderen Leute dachten.
Auch wenn das alles mit großer Sicherheit nur ein Traum war.
Wenn es so war, dann wollte ich nie wieder aufwachen.
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