Inhalt

Chicago 1917. Isabella Marie Swan führt ein recht normales Leben zusammen mit ihren Eltern. Ihre Familie ist nicht gerade reich und aus diesem Grund hilft Bella wo sie nur kann. Abends arbeitet sie als Aushilfe bei den unterschiedlichsten Veranstalungen und als ihr eines Tages bei den Masens ein Missgeschick passiert, verändert sich ihr Leben von nun auf vollkommen.

Sonntag, 2. Mai 2010

Kapitel 10 - Die Kunst zu lieben

Edward POV

Ich befand mich gerade zusammen mit meinem Vater in dem Salon und lauschte nur halb dem Gespräch, welches er mit einem seiner Kollegen führte, als die Tür mit einem lauten Krachen aufgestoßen wurde.
Es war Mike Newton, der diesen ganzen Lärm verursacht hatte und mit schnellen Schritten raste er an uns vorbei direkt in die Küche.
Stirnrunzelnd beobachtete ich, wie er nach einigen Sekunden mit seiner Jacke in der Hand wieder heraus kam.
Sein Blick war wütend und ich hatte das ungute Gefühl, dass irgendetwas passiert war.
Mrs. Matthews rief ihm hinterher, doch er schien überhaupt nicht darauf zu reagieren und rannte ein weiteres Mal an mir vorbei.
„Entschuldigt mich bitte meine Herren“, sagte ich schnell und wartete eine Antwort erst gar nicht ab.
Mit schnellen Schritten lief ich hinter Mike Newton her und als ich die Tür zum Garten öffnete, entdeckte ich sie.
Bella saß auf dem leicht durchnässten Rasen und meine Mutter war über sie gebeugt.
Es sah so aus als würde sie weinen und meine Mutter war diejenige, die sie beruhigte.
Innerhalb von wenigen Sekunden war ich bei den beiden angelangt und sah besorgt zu meiner Bella herunter.
Sie war vollkommen aufgelöst und nicht mehr richtig in der Lage zu sprechen.

„Was ist passiert?“, fragte ich leicht panisch und unheimlich besorgt, doch keiner der beiden antwortete mir.
„Bella, Liebste was ist passiert?“ Ich beugte mich zu ihr und sie richtete schluchzend ihren Blick auf.
Ihre schokoladenbraunen Augen waren schockiert und traurig zugleich.
Wer hatte ihr etwas angetan und vor allem, was hatte dieser jenige ihr angetan?
Sie öffnete langsam ihren Mund, doch nur einzelne Schluchzer verließen ihren Mund da sie anscheinend noch immer nicht in der Lage war mir zu antworten.
„Michael ist nicht gerade sehr zuvorkommend mit ihr umgegangen“, hörte ich meine Mutter sagen und sanft strich sie Bella eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Mein Blick schnellte sofort in die Richtung von Mike Newton, der sich gerade aus dem Staub machen wollte.

Meine Besorgnis verwandelte sich augenblicklich in Wut und meine Hände ballten sich automatisch zu Fäusten.
Meine Mutter schien meinen Stimmungswechsel sofort zu bemerken und warf mir einen warnenden Blick zu.
„Edward, benimm dich. Es ist nichts passiert. Es geht ihr gut.“
Ich verstand ihre Worte zwar, doch ich wollte ihnen jetzt keine Beachtung schenken.
Bella ging es nicht gut.
Er hatte sie verletzt und ich wusste nicht einmal ob es seelische oder körperliche Verletzungen waren, aber beides wäre nicht zu entschuldigen gewesen.
Dieser verdammte Bastard war so egoistisch und kümmerte sich einen Dreck darum, wie es seiner angeblich besten Freundin in diesem Moment ging.
„Edward!“ Meine Mutter rief mir hinterher, doch ich ignorierte sie und lief zu Mike herüber.
„Du gehst nirgendwo hin!“, zischte ich wütend und griff nach seinem Arm.
„Lass deine Finger von mir“, knurrte Mike und versuchte meine Hand abzuschütteln, doch ich dachte erst gar nicht daran ihn wieder los zu lassen.
„Was hast du ihr angetan?“, brachte ich noch wütend hervor, doch Mike schien es nicht für nötig zu halten mir zu antworten und genau das war das ausschlaggebende Punkt dafür, was ich als nächstes tat.
Beinahe automatisch holte ich mit meiner Faust aus und traf ihn dabei mitten im Gesicht.
Er taumelte leicht zurück und versuchte sich wieder zu fangen.
„Du fasst sie nie wieder an!“, warnte ich ihn und Mike richtete seinen Blick auf, bevor er auf mich losstürmte und unser kleiner Streit in einer richtigen Prügelei endete.
Ich musste auch so einiges einstecken, aber das war mir in diesem Moment vollkommen egal.
Er hatte es nicht anders verdient, wenn er Bella so behandelt hatte, dass sie vollkommen verstört und verängstigt war.

„Nun tu doch etwas!!“, hörte ich die Stimme meiner Mutter im Hintergrund und wenige Sekunden später spürte ich zwei Hände, die mich von Mike Newton wegzerrten.
„Ruhig, mein Junge..“ Das war die Stimme meines Vaters, doch ich nahm fast gar nichts mehr um mich herum war.
Das einzige was ich nur noch sah, war Mike Newton und er hatte noch immer nicht genug dafür gebüßt, was er getan hatte.
Es dauerte einige Minuten, bis wir uns beide wieder einigermaßen beruhigt hatten und aus den Augenwinkeln sah ich, wie meine Mutter direkt neben mir erschien.
„Edward Anthony Masen! So habe ich dich aber nicht erzogen!“, sagte sie mit einem leicht wütenden Ton, doch in ihrem Blick stand die Sorge geschrieben.
„Ich will dich nicht kränken Mutter, aber dafür werde ich mich sicherlich nicht entschuldigen…“, entgegnete ich leise.
„Liebling, jetzt sag doch auch mal etwas!“, forderte meine Mutter ihren Mann auf und ich meinte ihn leise seufzen zu hören.
„Mein Sohn, ich hätte das gleiche getan..“, sagte er an mich gewandt und klopfte auf meine Schulter.
„Edward!“
Mein Vater und ich drehten sich gleichzeitig zu meiner Mutter um und wir warfen ihr einen fragenden Blick zu.
„Was?“, kam es aus unseren beiden Mündern und meine Mutter seufzte leise.

„Michael, du gehst jetzt sofort nach Hause!“, sagte meine Mutter warnend an ihn gerichtet und das ließ er sich nicht noch einmal sagen.  
Mein Vater ließ mich wieder los, da er wahrscheinlich nicht noch einmal befürchten musste, dass ich jeden Moment wieder durchdrehen würde.
Schnell sah ich zu Bella herüber.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie das Ganze jetzt nicht alleine durchstehen sollte.
Mit schnellen Schritten lief ich zu ihr, zog mein Jackett aus und legte es Bella um die Schultern.
„Edward…“, schluchzte sie leise und richtete ihren Blick auf.
Als sie in mein Gesicht sah, weiteten sich ihre Augen und vorsichtig legte sie ihre Hand an meine Wange.
„Du blutest…“
„Ist nicht weiter schlimm. Wie geht es dir? Was hat er dir getan?“, fragte ich und streichelte behutsam mit meinen Händen über ihren Rücken.
Ihr war sicherlich kalt und ich wusste nicht, was ihr sonst noch fehlte.
„Edward, du blutest“, wiederholte sie und ihr Blick wurde schuldig.
„Bella, mir geht es wirklich gut. Es ist nicht weiter schlimm“, log ich auch wenn diese Verletzungen nicht gerade sehr angenehm waren.
Außerdem blutete es nicht gerade wenig.
Verdammter Newton..
„Komm, Liebste.. Ich helfe dir aufzustehen“, sagte ich mit möglichst sanfter Stimme und legte meine Hände an ihre Taille um ihr aufzuhelfen.
Sie war ziemlich wackelig auf den Beinen, doch ich würde sie nicht mehr loslassen, soviel stand fest.
Nie wieder.

„Isabella Marie Swan!“, hörte ich eine aufgebrachte Stimme und drehte mich in die Richtung, aus der sie kam.
Das war eindeutig Bellas Mutter und sie sah alles andere als erfreut aus.
Es wunderte mich immer wieder, wie schnell sich irgendwelche Sachen herumsprachen.
Bella vergrub leise schluchzend ihr Gesicht an meiner Brust und klammerte sich hilfesuchend an mich.
„Was zum Henker hat das zu bedeuten?“ Die Stimme ihrer Mutter war schneidend und Bella zuckte zusammen.
„Ein kleines Missverständnis, Mrs. Swan. Sie müssen sich nicht darüber aufregen. Es ist hier alles unter Kontrolle“, sagte ich mit möglichst ruhiger Stimme, doch sie schien das nur noch wütender zu machen.
„Sie!“ Sie streckte ihren Zeigefinger in meine Richtung und funkelte mich wutentbrannt an.
„Was fällt Ihnen eigentlich ein?“ Ich konnte nicht genau sagen, warum sich ihre ganze Wut jetzt auf mich projizierte, aber ich sagte nichts weiter und ließ mich von ihr anbrüllen.
„Dank Ihnen, Mr. Masen erkenne ich meine Tochter gar nicht mehr wieder! Sie ist frech geworden, benimmt sich nicht mehr entsprechend und tut einfach nur das was sie will! Zu allem Unmut wurde sie auch noch ins Krankenhaus eingeliefert und das nur, weil sie mit Ihnen ausgegangen ist und das ohne mich um Erlaubnis zu fragen. Sie sollten sich schämen!“, giftete sie mich an und ich seufzte leise.
Wahrscheinlich war sie so wütend, weil sie diesen Mike Newton gerne als ihren Schwiegersohn haben würde aber Bella lieber auf ihre wahren Gefühle hörte.
Das musste der Grund dafür sein.
Ich öffnete meinen Mund um sie zu beruhigen, doch Bella lenkte mich augenblicklich ab, indem sie sich von mir losriss und sich zu ihrer Mutter umdrehte.
„Halt deinen Mund!“, sagte Bella wütend und ich warf ihr einen verwunderten Blick zu.

„Wie bitte? Junges Fräulein, ich verbitte mir, dass du so mit deiner eigenen Mutter sprichst!“, entgegnete Mrs. Swan und deutete mit ihrem Zeigefinger in Bellas Richtung.
„Oh.. Ich kann es nicht mehr ertragen! Halt einfach deinen Mund! Du denkst ich bin glücklich damit, wenn ich jemanden heirate, den ich nicht einmal liebe?“
Angestrengt überlegte ich, ob ich versuchen sollte diesen Streit hier zu schlichten aber eigentlich ging mich diese Situation nichts an, also blieb ich lieber still.
„Isabella! Du magst Michael doch!“ Renée schien nicht zu verstehen, was ihre Tochter ihr damit sagen wollte.
„Mögen! Ja, das ist ein sehr großer Unterschied, Mutter! Ich habe es wirklich satt, nur das zu tun was du möchtest. Ich war dir immer eine gute Tochter und was ist der Dank dafür? Du willst mich mit jemand verheiraten, den ich nicht einmal liebe. Ist es das was du willst? Willst du, dass ich mein ganzes Leben lang unglücklich bin, nur damit du ein besseres Ansehen in der Gesellschaft gewinnst? Außerdem will ich einfach nicht verstehen, was du an Edward auszusetzen hast! Aber ja natürlich.. Die Leute könnten denken, dass ich nur hinter seinem Geld her bin! Und du bist wohl eine davon! Das du so über mich denkst, ist wirklich traurig!“ Bella hörte beinahe nicht mehr auf zu reden, doch jetzt schnappte sie nach Luft und ihr Atem schien sich nur langsam wieder zu beruhigen.
Ihre Mutter war sprachlos und ich blieb in diesem Moment lieber still.
Wenn sie mich brauchte, dann würde ich bei ihr sein.

Als hätte Bella meine Gedanken gelesen, drehte sie sich zu mir und griff ohne ein weiteres Wort nach meiner Hand.
„Du solltest dich untersuchen lassen.. Wir sollten ins Krankenhaus gehen“, murmelte sie mit trauriger Stimme und ich konnte sehen, dass sie schon wieder den Tränen nahe war.
Ich konnte es einfach nicht ertragen, wenn sie so traurig und zutiefst bedrückt war, also drückte ich kurz ihre Hand und folgte ihr über den Rasen.
„Isabella!“ Ihre Mutter rief ihr hinterher, doch Bella reagierte nicht.
Ihre Schritte wurden schneller, bis wir die Kutsche erreicht hatten, in der sie auch schon heute mit ihren Eltern hier angekommen war.
Schnell öffnete ich ihr die Tür und half ihr dabei einzusteigen.
Aus den Augenwinkeln sah ich noch, wie meine Mutter sich mit ihrer unterhielt und ich war mir sicher, dass sie es schaffen würde, Renée zu beruhigen.  

Während der gesamten Fahrt sprachen wir beide kein einziges Wort miteinander.
Ich beschränkte mich darauf, mit meinem Daumen sanft über ihren Handrücken zu streicheln und ich hoffte innerlich, dass ihr das zumindest ein wenig helfen würde.
Bella hatte ihren Blick aus dem Fenster gerichtet.
Vielleicht wollte sie ja die stillen Tränen vor mir verbergen, obwohl sie sich in meiner Gegenwart dessen sicher nicht schämen musste.
Die Kutsche kam zum stehen und ich warf einen kurzen Blick nach draußen, bevor ich die Tür öffnete.
„Wir sind da, Bella“, sagte ich mit sanfter Stimme und reichte ihr meine Hand, damit sie sicher aussteigen konnte.
Sie atmete einmal tief ein, bevor sie meine Hand ergriff und behutsam aus der Kutsche ausstieg.
Besorgt musterte ich ihr Gesicht und strich kurz mit meiner Fingerspitze an ihrer Wange entlang.
Zu meiner Erleichterung musste ich feststellen, dass es sogar ein kleines Lächeln auf ihren Lippen hervorrief und ich nahm ihre Hand, um mit ihr zusammen das Krankenhaus zu betreten.

Die Krankenschwester warf mir einen erschrockenen Blick zu und ließ sofort alles stehen und liegen, um mich in einen Behandlungssaal zu führen.
„Dr. Cullen wird sofort bei Ihnen sein, Mr. Masen“, sagte sie hastig und ich lächelte ihr dankbar zu.
Leise seufzend setzte ich mich auf den Rand der Liege und Bella tat es mir gleich.
Meine Hand ließ sie dabei nicht ein einziges Mal los und ich sah, wie sie gedankenverloren auf meine Hände starrte.
„Wie geht es dir?“, fragte ich vorsichtig.
Bella hob ihren Kopf und zwang sich ein Lächeln auf. Ich wusste ganz genau, dass sie mich nur beruhigen wollte.
Körperlich ging es ihr vielleicht gut, aber seelisch sah das alles schon ganz anders aus.
„Guten Abend“, hörte ich die Stimme von Dr. Cullen und ich wandte meinen Blick in seine Richtung.
„Oh..“ Er stoppte einen Moment, als er mein Gesicht sah.
Einen Moment lang schien er verwundert zu sein. Wahrscheinlich dachte er, dass Bella sich wieder einmal verletzt hatte, aber dieses Mal war ich derjenige.
„Mr. Masen.. Was ist passiert?“, fragte er und sofort war da wieder dieser fachmännische Ton in seiner Stimme.
Kurz erklärte ich ihm einige der Details und während ich erzählte spürte ich, wie Bellas Hand zu zittern begann.
„Diese Wunde hier werde ich nähen müssen…“ Er deutete auf meine Stirn und ich seufzte leise.
„Die andere ist nicht so gravierend“, erklärte Dr. Cullen mir und lächelte, bevor er sich etwas in einer Akte notierte.

„Wie geht es Ihnen, Miss Swan?“, fragte Dr. Cullen freundlich, während er gerade das Besteck auf einem kleinen Tisch zu Recht legte.
Bella wandte schnell ihren Blick ab und unwillkürlich musste ich lächeln.
Immerhin war sie dieses Mal nicht diejenige, die mit Spritzen und Nadeln konfrontiert wurde.
„Danke, Dr. Cullen. Mir geht es gut“, erklärte sie mit leiser Stimme und ich dachte, dass es mein Herz nicht aushalten könnte, sie so traurig zu sehen.
Dr. Cullen schien Bellas Aussage genauso wenig Glauben zu schenken wie ich, aber er hakte nicht weiter nach.
Ich konnte mir schon denken, dass Bella sich wahrscheinlich wieder einmal schuldig fühlte und sie dachte, dass meine Verletzungen auf ihr Konto gingen, dabei war es ganz alleine mein Verdienst gewesen.

Ich blieb möglichst still und bewegte mich nicht, während Dr. Cullen meine Wunde nähte.
„Nun, Mr. Masen. Ich kann sehr gut verstehen, warum Sie so reagiert haben und so sehr ich Ihre und die Anwesenheit von Miss Swan zu schätzen weiß, so würde ich es doch sehr begrüßen, wenn Sie mich nicht allzu oft besuchen würden“, erklärte Dr. Cullen nach einigen Minuten der Stille und legte das Besteck wieder zur Seite.
Ich runzelte die Stirn, was sich im nächsten Moment als ziemlich großer Fehler herausstellte und ich zuckte zusammen.
Es war verwunderlich, wie schnell er diese Wunde genäht hatte, aber die Schmerzen, die ich in diesem Moment verspürte lenkten mich zu sehr ab, als das ich genauer darüber hätte nachdenken können.

Carlisle gab mir noch ein Schmerzmittel mit, falls die Schmerzen in der Nacht zu stark werden würden und ich nahm es dankend an.
Bella sprach so gut wie kein einziges Wort.
Nur wenn man sie direkt auf etwas ansprach, antwortete sie. Ansonsten blieb sie still.
„Ich würde dich jetzt gerne nach Hause begleiten“, sagte ich mit sanfter Stimme und strich behutsam mit meiner Hand an ihrem Rücken entlang.
Sofort wurde ihr Blick panisch und ruckartig blieb sie vor der Kutsche stehen.
„Ich kann nicht mehr nach Hause!“ Sie flüsterte beinahe nur und doch konnte ich jedes einzelne Wort verstehen, was sie sagte.
Außerdem konnte ich die Angst in ihren Augen sehen.

Meine Arme legten sich um ihren Körper und ich zog sie seufzend zu mir heran.
„Ich kann nie wieder nach Hause“, murmelte sie und vergrub ihr Gesicht an meiner Brust.
„Sie werden dir schon verzeihen“, versicherte ich ihr, doch jetzt in diesem Moment war es relativ sinnlos, sie davon zu überzeugen.
Bella war noch immer viel zu aufgewühlt um wirklich einen klaren Gedanken fassen zu können.
„Nun gut…“, sagte ich hastig, als sie leise schluchzte und sich hilfesuchend an mich klammerte.
„Natürlich kannst du so lange bei mir bleiben, wenn du das möchtest“, schlug ich vor und sie richtete ihren Blick auf.
Ihre schokoladenbraunen Augen musterten mich aufmerksam.
„Bei dir?“
Ich nickte bestätigend.
„Meine Eltern werden sicherlich nichts dagegen haben“, erklärte ich ihr schulterzuckend und außerdem war der Gedanke, sie vielleicht für einige Tage in meiner Nähe zu wissen ziemlich verlockend.
„Aber ich kann doch nicht einfach…“
Bevor sie noch weiter sprechen konnte, legte ich meinen Zeigefinger an ihre Lippen und sie verstummte augenblicklich.
„Bella.. Du möchtest nur ungern wieder nach Hause und ich werde dich sicherlich nicht einfach so in den Gassen von Chicago übernachten lassen.“
Schon gar nicht würde ich sie zu diesem Newton bringen und das war in diesem Moment wahrscheinlich auch einer der letzten Orte, an denen sie sein wollte.
„Außerdem haben wir in unserem Haus platz genug“, versicherte ich ihr und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.

Es dauerte einen Moment, bis sie schließlich nickte und ihren Kopf wieder an meine Brust legte.
Ich seufzte zufrieden. Immerhin musste ich sie dieses Mal nicht zu sehr von einer Sache überzeugen.
Es war mir um einiges lieber, wenn sie bei mir blieb als bei irgendjemand anderem.
Sie in dieser Verfassung alleine zu lassen, stand für mich vollkommen außer Frage.
„Komm… Wir fahren nach Hause…“ Behutsam führte ich sie zu der Kutsche herüber und half ihr beim einsteigen.
Während der gesamten Fahrt über hielt sie meine Hand fest umklammert und es überraschte mich nicht, dass meine Mutter bereits auf uns wartete, als die Kutsche vor unserem Haus anhielt.
„Oh Himmel! Edward!“ Meine Mutter warf mir einen zutiefst besorgten Blick zu und musterte die genähte Wunde über meiner Augenbraue.
„Es ist nicht so schlimm, wie es vielleicht aussieht, Mutter“, versicherte ich ihr obwohl ich den Schmerz ständig spüren konnte.
„Liebes, wie geht es dir?“, fragte sie sofort Bella und strich ihr mit einem mütterlichen Lächeln über den Arm.
„Gut..“, murmelte sie und zwang sich ein Lächeln auf.
„Bella würde nach diesem heutigen Zwischenfall nur ungern wieder nach Hause“, begann ich meine Erklärung und wollte gerade fort fahren, doch meine Mutter hatte bereits verstanden, was ich ihr damit sagen wollte.
„Keine Sorge, Liebes.. Ich werde unser Gästezimmer für dich herrichten! Du kannst gerne bei uns bleiben und du solltest wissen, dass du hier bei uns immer willkommen ist“, erklärte meine Mutter Bella strahlend und noch bevor Bella irgendwie darauf reagieren konnte, lief sie mit schnellen Schritten ins Haus.

„Oh.. Liebling. Wieso hast du es denn wieder so eilig?“, wollte mein Vater wissen und warf meiner Mutter einen verwunderten Blick hinterher.
Meine Mutter machte eine hektische Handbewegung und war dann sogleich im oberen Stockwerk verschwunden.
Unsere Haushälterin raste hinter ihr her und murmelte leise etwas vor sich hin.
Meine Mutter hatte auch jetzt noch immer die Gewohnheit, die Dinge im Haushalt selbst zu erledigen und das führte meistens dazu, dass unsere Haushälterin selten wirklich viel zu tun hatte.
„Wie ich sehen kann, haben wir Besuch“, bemerkte mein Vater lächelnd und ich sah prüfend zu Bella herüber.
Sie lächelte schüchtern und ich konnte ihr ansehen, dass sie nicht so recht wusste, was sie am besten jetzt tun sollte.
„Möchtest du einen Tee? Dir ist sicherlich kalt…“, murmelte ich besorgt und sah zu meiner Erleichterung, dass Bella nickte.
Ich führte sie in unser Wohnzimmer, wo es sich mein Vater bereits in seinem Sessel bequem gemacht hatte und nach der Zeitung griff.
„Ich bin gleich wieder bei dir. Lauf nicht weg“, bat ich sie mit einem Lächeln.
Mein Vater räusperte sich leise und beim vorbeilaufen konnte ich sehen, wie auch er zufrieden lächelte.

„Mr. Masen, ich mache das schon für Sie“, sagte Sophia, unsere Haushälterin und nahm mir den Topf aus der Hand.
„Ich danke Ihnen, Sophia“, murmelte ich und lehnte mich an die Wand in der Küche.
„Eine wirklich sehr hübsche junge Dame“, murmelte Sophia, während sie den Tee zubereitete.
Sie warf mir einen prüfenden Blick zu und lächelte dann.
Sophia kannte mich wirklich sehr gut.
Sie war schon bei uns als Haushälterin beschäftigt, als ich noch ein kleines Baby war und ich unterhielt mich wirklich gerne mit ihr.
„Ja, das ist sie“, murmelte ich und wandte meinen Blick nach rechts in das Wohnzimmer.
Unwillkürlich musste ich lächeln, denn Bella schien wirklich großen Respekt vor meinem Vater zu haben.
Sie bewegte sich keinen einzigen Zentimeter und warf einen unsicheren Blick auf den Boden.
„Soll ich ihn der jungen Lady bringen?“, fragte Sophia nach einiger Zeit und ich zuckte aus meiner Trance zusammen.
„Nein, vielen Dank aber ich mache das schon.“ Ich nahm ihr den Tee ab und lief dann vorsichtig mit der Tasse in meinen Händen wieder in das Wohnzimmer.

„Hier, dein Tee“, murmelte ich leise und reichte ihn ihr.
Bella warf einen Blick in die Tasse und trank vorsichtig einen Schluck, während ich mich wieder zu ihr setzte.
„Möchtest du vielleicht eine Kleinigkeit essen?“ An diesem Abend war ihre Haut noch blasser, als es sonst vielleicht der Fall war und ich wollte, dass es ihr hier an nichts fehlte.
„Nein… Danke“, antwortete sie mir leise und ich seufzte leise.
Irgendetwas musste ich doch für sie tun können!
„Nun…“ Mein Vater legte die Zeitung in seinen Händen zur Seite und erhob sich aus seinem Sessel.
„Ich werde in den Salon gehen. Ich habe noch einige Sachen zu erledigen“, murmelte er und warf mir einen vielsagenden Blick zu.
Natürlich wusste ich, dass er Bella und mich nur alleine lassen wollte, also nickte ich.
„Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend, Miss Swan“, sagte mein Vater noch an Bella gerichtet und lächelte beruhigend.
„Vielen Dank.. Ihnen auch, Mr. Masen…“, antwortete sie schüchtern und ich sah noch einem Moment meinem Vater hinterher, wie er das Zimmer verließ.

„Danke für den Tee.. Er schmeckt wirklich vorzüglich…“, sagte Bella nach einigen Momenten der Stille und ich lächelte zufrieden.
Immerhin konnte ich ihr etwas Gutes tun.
Bevor ich jedoch zu einer Antwort ansetzen konnte, hörte ich bereits eilige Schritte auf der Treppe und ich wandte meinen Blick zu meiner Mutter herüber, die innerhalb von wenigen Sekunden vor uns zum stehen kam.
„Dein Zimmer ist fertig, ich habe alles bereit gelegt“, erklärte sie Bella und ich konnte es in ihren Augen lesen, dass ihr die ganze Situation ziemlich unangenehm war.
Aber so war Bella nun einmal. Sie stand nicht gerne im Mittelpunkt und es würde wahrscheinlich auch nie anders sein.
„Komm, ich zeige dir dein Zimmer…“ Behutsam legte ich meinen Arm an ihren und wartete geduldig, während sie vorsichtig die Tasse wieder auf den kleinen Tisch stellte.
„Vielen Dank.. Ich.. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen“, stotterte sie mit geröteten Wangen an meine Mutter gerichtet.
„Ruh dich aus und morgen sieht die Welt schon ganz anders aus“, versprach meine Mutter ihr und strich mit ihrer Hand behutsam über Bellas Arm.
Mit diesen Worten verabschiedete sich meine Mutter von uns und verschwand im Salon.

Lächelnd griff ich nach Bellas Hand und führte sie in das obere Stockwerk des Hauses.
Vor dem Gästezimmer blieb ich stehen und öffnete ihr die Tür mit meiner freien Hand.
„Ich hoffe, dass es dir so recht ist“, murmelte ich und beobachtete aufmerksam ihr Gesicht, während sie sich in dem Zimmer umsah.
Es war kein besonders großes Zimmer, aber für einige Nächte, in denen sie vielleicht hier bei mir blieb, würde es sicherlich reichen.
Bella nickte langsam und ließ ihren Blick über das riesige Bücherregal wandern.
„Du kannst dir gerne eines der Bücher nehmen, wenn du willst“, schlug ich ihr vor und hoffte innerlich, dass mein Monolog bald vorbei sein würde.
„Danke… Für alles, Edward…“ Sie drehte sich zu mir um und sah mir in die Augen.
„Du weißt, ich würde alles für dich tun“, sagte ich schlicht und lächelte, als ich dieses wundervolle Strahlen in ihren Augen entdeckte.
„Benötigst du sonst noch irgendetwas?“, fragte ich und hoffte, dass sie mir noch tausende von Dingen nennen würde und das nur, damit ich mehr Zeit mit ihr verbringe durfte.

Sie zögerte einen Moment und biss sich auf die Unterlippe, als müsste sie sich erst überwinden, mir ihre Wünsche mitzuteilen.
Ich wartete geduldig und versuchte sie möglichst zu nichts zu drängen.
„Könntest du vielleicht.. Nun ja.. Ähm.. Könntest du…“ Sie räusperte sich und wich meinem Blick aus.
„Würde es dir etwas ausmachen, wenn du bei mir bleibst?“, fragte sie vorsichtig.
„Bei dir bleiben?“
„Ja.. Ich meine, wenn du das möchtest… Ich würde heute nur ungern alleine bleiben“, erklärte sie mir und ihre Wangen färbten sich wieder rot.
„Natürlich, Liebste. Nichts lieber als das…“, versprach ich ihr und küsste mit einem Grinsen ihre Wange.
„D..Danke.. Ich benötige eine halbe Stunde Zeit…“, sagte sie hastig.
„Lass dir alle Zeit der Welt, Bella“, entgegnete ich grinsend und sie wandte sich schnell von mir ab und verschwand im Badezimmer.
Natürlich sollte sie sich lieber nicht alle Zeit der Welt lassen, denn ich könnte es sicherlich nicht mehr ohne sie an meiner Seite aushalten.

Für mich war es eine vollkommen neue Erfahrung, dass sich eine halbe Stunde wie ein ganzes Leben anfühlen konnte.
Ganze zehn Minuten hatte ich gebraucht, um mich umzuziehen und jetzt lief ich ungeduldig vor ihrem Zimmer auf und ab.
Ich war schon ziemlich erbärmlich aber jetzt in diesem Moment wusste ich wirklich nichts mit mir anzufangen.
Erleichtert atmete ich aus, als die halbe Stunde endlich vorbei war, doch ich zögerte noch einen Moment, bevor ich vorsichtig an ihre Tür klopfte.
„Darf ich herein kommen?“, fragte ich und sofort hörte ich ihre wundervolle Stimme aus dem Zimmer, die mich herein bat.
Möglichst leise schloss ich die Tür hinter mir und sah, wie sich Bella auf den Rand des Bettes setzte.
Ihre Haare waren noch nicht ganz getrocknet, aber mit ihren geröteten Wangen und dem Lächeln, mit dem sie mich empfang sah sie einfach wunderschön aus.
„Du solltest jetzt vielleicht am besten Schlafen gehen…“, murmelte ich und steuerte einen Schaukelstuhl an, der nicht weit entfernt von dem Bett stand.
„Ich möchte aber noch nicht schlafen“, entgegnete sie und ihre Lippen zeigten den leichten Ansatz eines Schmollens.
Ich seufzte leise, musste aber dennoch lächeln.

„Möchtest du dich nicht zu mir setzen?“, fragte sie und für einen kurzen Moment war ich verwundert darüber, wie leicht es ihr dieses Mal fiel, mir solch eine Frage zu stellen.
Ich zögerte nicht lange und steuerte das Bett an, auf dem sie saß.
Vorsichtig setzte ich mich darauf und lehnte mich zurück.
Bella drehte ihr Gesicht in meine Richtung und krabbelte dann schnell zu mir herüber.
Ihren Kopf lehnte sie an meine Brust und ich atmete tief ihren unwiderstehlichen Duft ein.
Meine Hand legte sich beinahe automatisch um sie und ich zog sie ein Stück näher zu mir heran und doch war es mir irgendwie immer noch nicht nah genug.
„Worüber denkst du nach?“, wollte ich von ihr wissen und strich mit meiner Hand eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Es hatte sich wieder diese kleine Vertiefung zwischen ihren Augenbrauen gebildet, was nur heißen konnte, dass sie gerade über etwas angestrengt nach dachte.
„Kannst du mir verzeihen?“, fragte sie und richtete ihren Blick auf.
„Verzeihen?“ Stirnrunzelnd sah ich in ihre tiefbraunen Augen und verstand nicht so recht, warum ich ihr überhaupt verzeihen sollte.
Sie hatte nichts unrechtes getan.
„Ich habe dich angelogen.. In diesem Brief…“, erinnerte sie mich und ich seufzte leise.
„Ach.. Davon sprichst du…“
Bella schien verwirrt über mein Lächeln zu sein, aber ich zwang mich dazu, wieder ernst zu werden.
Ich wusste ja bereits damals, dass sie das alles nur getan hatte weil sie glaubte, dass solch eine Liebe keinen Bestand hatte.
Jedoch gab es eindeutige Beweise dafür, dass so eine Verbindung sehr wohl möglich war.

„Bella… Wie könnte ich dir böse sein? Wie könnte ich dich jemals für etwas verurteilen, was du tust? Das was du getan hast… Du wolltest deine Eltern nicht verletzen und ich hätte diese Entscheidung auch akzeptiert…“, erklärte ich ihr.
Zumindest hätte ich sie akzeptieren müssen, denn mein Herz hätte es sicherlich nicht ausgehalten.
„Ich danke dir… Für so vieles…“ Sie hob ihren Kopf und ich versank für einen kurzen Moment in ihren Augen.
Ich wusste nicht, ob ich es mir nur einbildete, aber jetzt sah sie gleich schon ein wenig entspannter aus, als es vor einigen Stunden der Fall gewesen war.

Mein Blick fiel auf ihre wunderschönen, geschwungenen Lippen und ich beugte mein Gesicht zu ihr herunter.
Noch immer hielt ich sie behutsam fest, während meine Lippen auf ihre trafen und sie zufrieden seufzte.
Meine Hand legte sich beinahe schon selbstverständlich an ihre Wange und wanderte langsam zu ihrem Nacken herüber.
Ich liebte es, sie so nah bei mir zu haben und ich würde alles für sie tun.
Sie war die Frau, die ich eines Tages heiraten würde, da war ich mir mehr als nur sicher.
Ihre Hände fuhren an meiner Wange entlang, bis sie schließlich durch meine Haare fuhren.
Es war etwas vollkommen anderes, sie hier in diesem Bett und vor allem ausgeschlossen von der Öffentlichkeit zu küssen.
Hier gab es nur uns beide.
Niemand warf uns einen kritischen Blick zu oder begann aufgeregt zu tuscheln, sobald man sah, wie ich ihre Hand hielt.
Meine Hand wanderte an ihrem Arm entlang, doch ich stoppte sofort als ich an ihrer Taille angelangt war.
So weit wollte ich nun wirklich nicht gehen, aber es waren diese verwirrenden Gefühle in mir, die mich zu dieser Handlung getrieben hatten.
Als ich meine Augen öffnete, sah ich sie direkt vor mir.
Ihre Haare lagen ausgebreitet auf dem weißen Kopfkissen, ihre Wangen leicht gerötet und die Lippen verführerisch geöffnet.

„Ich liebe dich, Isabella!“, sagte ich und sie blinzelte, als könnte sie nicht wirklich glauben, dass ich diese Worte gerade zu ihr gesagt hatte.
Vorsichtig löste ich meine Hand von ihrer Taille und rückte ein Stück von ihr weg.
Eigentlich wollte ich sie damit nur beruhigen, doch es schien den Gegenteiligen Effekt zu haben.
„Es erscheint mir so abwegig, dass du mich liebst“, flüsterte sie so leise, dass ich beinahe Schwierigkeiten hatte, sie zu verstehen.
Ich nahm ihr Gesicht in meine Hände und verhinderte somit, dass sie meinem Blick ausweichen konnte.
„Bella.. Du bist die Frau, die mein Herz berührt und es wird auch niemals eine andere Frau geben, die ich lieben könnte, verstehst du das? Für mich bist du die Einzige!“
Um meine Worte noch zu unterstreichen, beugte ich mich ein weiteres Mal zu ihr und küsste sie sanft.
Es war ein wunderschönes Gefühl zu sehen, wie ihre Augen zu strahlen begannen und ein Lächeln zauberte sich auf ihre Lippen.
„Und ich liebe dich, Edward… Das ist schon seit einiger Zeit so…“, gestand sie leise und mit geröteten Wangen, wandte sie ihren Blick von meinem Gesicht ab.
„Ich liebe das…“, flüsterte ich mit einem Lächeln und strich mit meinem Zeigefinger über ihre Wangen.
„Ich finde es eher lästig…“, murmelte sie leise, konnte ein Lächeln aber dennoch nicht zurück halten.

Ich gab sie wieder frei, da ihr ein leises Gähnen entwich und wenige Sekunden später lag ihr Kopf wieder auf meiner Brust.
„Schlaf jetzt, Bella…“, flüsterte ich ihr ins Ohr und strich ihr behutsam über ihren Rücken.
„Edward…?“, murmelte sie nach einigen Minuten.
Ihre Stimme klang recht schläfrig und ich musste wieder Grinsen.
„Ja, Liebste?“
„Versprichst du mir etwas?“, nuschelte sie und ihre Hand klammerte sich an meinem Oberteil fest.
„Alles“, entgegnete ich schlicht und wartete darauf, dass sie fort fuhr.
Es dauerte einen Moment, bis ich ihre Stimme wieder hörte und im ersten Moment hatte ich schon vermutet, dass sie vielleicht eingeschlafen wäre, aber ich irrte mich.
„Bitte bleib bei mir…“, flüsterte sie.
„Natürlich werde ich das. Ich werde dich nicht verlassen oder dich alleine lassen“, versprach ich ihr hoch und heilig.
Wie könnte ich auch?
„Danke…“, sagte sie mit letzter Kraft und es dauerte nicht mehr lange, bis sie einschlief.
Wenn ich in diesem Moment gewusst hätte, dass ich mein Versprechen nicht halten könnte, dann hätten diese Worte meine Lippen sicherlich nicht verlassen.

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